Marienhütte: Betonstahl Made in Austria – seit 1994 mit [FP]-LIMS
Wie Österreichs einziger Betonstahl-Hersteller mit 35.000 chemischen Analysen pro Jahr seine Qualitätssicherung im 4-Schicht-Betrieb digital steuert – und welchen Mehrwert die Merge-Funktion für die Prozessoptimierung liefert.
Österreichs einziger Hersteller von hochwertigem Betonstahl
Beton ist einer der am weitesten verbreiteten Baustoffe der Welt. In Österreich wird mehr als die Hälfte aller Bauarbeiten in Stahlbetonbauweise ausgeführt – das macht Betonstahl zu einem wirtschaftskritischen Material.
Die Stahl- und Walzwerk Marienhütte GmbH mit ihrem Produktionsstandort mitten in Graz ist Österreichs einziger Hersteller von hochwertigem Betonstahl. „Made in Austria“ mit hoher Verantwortung: Die Marienhütte versorgt die österreichische Bauwirtschaft verlässlich mit Betonstahl auf höchstem Qualitätsniveau.
Für die Qualitätssicherung im Labor setzt das Unternehmen bereits seit 1994 auf [FP]-LIMS von Fink & Partner.
Jährlich 400.000 Tonnen Betonstahl für die Bauindustrie
Die Marienhütte produziert jährlich über 400.000 Tonnen Betonstahl – im 4-Schicht-System mit 300 Mitarbeitern, beinahe durchgängig. Geliefert wird vorwiegend an Biegereien und Fertigteilwerke in Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien.
Standardisierter Analyseprozess zur Qualitätssicherung
Marco Lackner, Leiter Qualitätssicherung Marienhütte · Bild: Mathias Kniepeiss
Betonstahl von der Marienhütte ist ein Hightech-Produkt, das höchste Anforderungen an Produktqualität und Verarbeitbarkeit erfüllt. Jede Charge durchläuft einen strengen Qualitätssicherungsprozess, der sicherstellt, dass jede Lieferung den höchsten Standards entspricht.
Da Marienhütte-Stahl zu 100 % aus Schrott gewonnen wird, kommen während des Herstellungsprozesses im Elektrostahlwerk mehrere chemische Analysen zum Einsatz:
- Vor-Probe des eingeschmolzenen Schrotts mittels Optischem Emissionsspektrometer (OES)
- Pfannenofen-Schritt: Zugabe von Legierungselementen, anschließend erneute OES-Analyse nach Homogenisierung
- Strangguss-Phase: chemische Analyse während des Vergießens
Eine Charge Betonstahl alle 40 bis 45 Minuten – das ergibt 35.000 chemische Analysen pro Jahr, die zentral verwaltet werden müssen.
Schon damals mit einer deutlich geringeren Produktionsmenge zeichnete sich ab, dass die zu verwaltenden Daten und auch die Anforderungen unserer Kunden, Zulassungsstellen und Zertifizierungsstellen immer mehr zunehmen würden. Heute sind wir froh über die Entscheidung, das LIMS eingeführt zu haben – wir können große Produktionsmengen unter Einhaltung der heute gültigen Qualitätsstandards realisieren und gewährleisten eine sichere, vollständig nachvollziehbare Dokumentation.
LIMS als wichtige Stütze der Digitalisierung
Daten verwalten ist nur die halbe Geschichte. Spannend wird es, wenn aus den gewonnenen Daten echte Erkenntnisse für die Prozessoptimierung entstehen.
Trends früh erkennen
Auswertungen über lange Zeiträume zeigen Muster, die im Tagesgeschäft unsichtbar bleiben.
Abhängigkeiten sichtbar machen
Korrelationen zwischen Schmelze, Legierung und Endprodukt lassen sich gezielt analysieren.
Fachkräftemangel begegnen
KI, Automatisierung und professionelles Datenmanagement entlasten knappes Fachpersonal.
Themen wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung und ein professionelles Datenmanagement in Form eines LIMS werden uns auch in der Stahlindustrie zukünftig noch intensiver beschäftigen. Es wird immer schwieriger, geschultes Fachpersonal für die Stahlindustrie zu gewinnen. Durch gezielte Prozessautomatisierung im Stahl- und Walzwerk lässt sich dieser Problematik zumindest ansatzweise entgegenwirken.
Erkenntnisgewinn dank Merge-Funktion im LIMS
Den größten Mehrwert entfaltet das LIMS beim Zusammenführen von Daten unterschiedlicher Quellen. Bei der Marienhütte werden Analyseergebnisse der Charge aus dem Stahlwerk mit den mechanischen Parametern aus dem Walzwerk fusioniert und gemeinsam ausgewertet.
Alle Ergebnisse des kompletten Herstellungs- und Walzprozesses sind damit chargengenau auf einen Klick verfügbar – inklusive nachvollziehbarer Historie über jeden einzelnen Produktionsschritt.
„Der komplette Entstehungsprozess lässt sich so nachvollziehen – das liefert uns Erkenntnisse, die wir nicht mehr missen wollen.“ — Marco Lackner
Stahlproduktion Marienhütte · Bild: Mathias Kniepeiss
Was sich seit 1994 verändert hat
Vor LIMS
- Manuelle Verwaltung großer Datenmengen
- Steigende Anforderungen schwer abbildbar
- Aufwändige Nachverfolgung über Chargen
- Keine systematische Trend-Analyse möglich
Mit [FP]-LIMS
- 35.000 Analysen jährlich sauber verwaltet
- Vollständige, audit-konforme Dokumentation
- Chargengenaue Nachverfolgung auf Knopfdruck
- Datenfusion zwischen Stahl- und Walzwerk
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